Welcome to WEST VIRGINIA
Schon nach einer kurzen Spielzeit werdet ihr schnell bemerken, dass ihr, neben allerlei bösen Monstern, doch nicht ganz allein seid und es noch weitere Überlebende gibt, denen dasselbe Schicksal traf. Dabei handelt es sich keineswegs um KI-Lebewesen, sondern um reale Online-Mitspieler. Denn erstmals in der Fallout Serie ist es möglich mit bis zu 3 weiteren Mitspielern in die Missionseinheiten zu stürzen. So macht das ganze natürlich deutlich mehr Spaß. Sicher hätten dem Spielverlauf ein paar KI-gesteuerte Einwohner in den Weiten von Virginia gutgetan, doch mussten die Entwickler vermutlich alle Kraftreserven der Konsolen-Hardware in den Onlinepart investieren. Die bis zu 24 fremden Online-Spieler, die sich in der Karten-Lobby befinden, verteilen sich etwas zu stark auf der riesigen Open-World Karte. Ein spontanes Treffen wird somit zur Geduldsprobe.
Positiv hervorzuheben sind die scheinbar unendlichen Einstellungsmöglichkeiten. Sogar selbsterstellte Charaktere können während einer Spielsession optisch verändert werden. Um die Variationen auszubauen haben die Entwickler einen „Atomic Shop“ kreiert. In diesem Shop können weitere Kleidungsstücke, Skins oder Icons erworben werden können. Diese Gimmicks machen sich übrigens auch im gelungenen Fotomodus ganz gut. Leider hat sich mit dem „Atomic Shop“ auch ein In-Game-Store eingeschlichen, der den Wechselkurs etwas zu ernst nimmt.
Durch das Suchen von Metallen, Lebewesen und exotischen Pflanzen erlangt der Spieler einen großen Pool an absurden Gegenständen, womit er bei den Werkbänken nützliche Werkzeuge herstellen, verbessern oder reparieren kann. Die Auswahl an Verbesserungen lässt sich kaum aufzählen. Auch euer Charakter selbst kann mit erlangten Skills, die ihr durch Level-Aufstiege erreicht wurden, verbessert werden. Das S.P.E.C.I.A.L-System wurde auf ein Spielkarten-Prinzip umgestellt. Hierbei können auch Kartenpacks erlangt werden, die gleich mehrere Karten beinhalten. Meist sind diese allerdings, sofern ein Schloss davorhängt, erst später einsatzbereit. Beispielsweise könnt ihr eine Karte mit einer „15% geringeren Wahrscheinlichkeit auf radioaktiv verseuchte Nahrung“ freischalten. Die Radioaktivität spielt eine ähnlich dramatische Rolle wie in der bekannten Shooter-Game-Serie „Metro“. Wobei ihr in Fallout nur in stark begrenzten Bereichen der gefährlichen Substanzen ausgeliefert seid. Dabei verkleinert sich euer Lebensbalken in kleinen Schritten, der durch Medikamente (RadAway) zurückerlangt werden kann. Abhilfe gegen eine Verstrahlung verschafft die richtige Ausrüstung, welche durch massive Roboter-Anzüge erzielt wird.
Doch was passiert nach einem Game Over? In diesem Fall könnt ihr euch ganz problemlos und kostenlos an einem bekannten Wegpunkt respawnen und behält die gesamte Ausrüstung. Lediglich Schrott und andere gesammelte Gegenstände müssen am Ort des Ablebens aufgesammelt werden.
Praktisch ist auch die Schnellreise-Funktion, die sich etwas später dazugesellt. Für diesen Vorgang werden jedoch ein paar Bottelcaps fällig.
Ziel im Spiel ist es, die vorgegeben Hauptmissionen sowie optionalen Nebenmissionen zu verfolgen und abzuschließen. Obwohl die Story einen Geradlinigen Weg vorgibt, lädt das Spiel auf die ein oder andere Erkundungstour ein. Das Gefühl vom Wiederaufbau kommt im Spiel allerdings nicht so recht auf. Selbst das Zusammenspiel mit euern Online-Partnern vermittelt euch nicht den Drang Amerika wieder hochleben zu lassen. Die Hauptstory bringt einfach keine richtigen Momente hervor, in denen ihr das Gefühl bekommt eine neue, junge Generation retten bzw. erschaffen zu müssen.
Im Kampf gibt es im Vergleich zu den Fallout-Vorgängern keine V.A.T.S. Sicht, in der die Zeit verlangsamt wird und eine größere Gegnerhorde Schritt für Schritt erledigt werden kann. Einzig und allein der Druck auf die L1 Taste verrät euch die Position der Gegner in unmittelbarerer Nähe und zeigt gleichzeitig dessen Energie und Panzerung an.
Neben der Ballerei schlägt der Spieler auch mit dem C.A.M.O.-System Wurzeln. Dabei könnt ihr eure eigenen vier Wände ganz nach eurem Geschmack einrichten.
Praktisch! Per Knopfdruck kann das Camp sogar problemlos übersiedelt werden.