Benzin für die Kettensäge!?
Die ungefähr 15-Stunden lange Kampagne ist der Hauptkern des gesamten Spiels und bietet neben einer noch hochwertigeren, abwechslungsreicheren Inszenierung auch eine gelungene Story. Wobei diese natürlich auf das bekannte Gegenspiel "Gut gegen Böse" stark begrenzt ist. Als Doom-Slayer ist es euer Ziel die von Dämonen verseuchte Erde zu befreien. Die Story wird jedoch mit vielen interessanten Orten und Namen von neuen Charakteren bestückt, welche auch mit komplexeren Hintergrundgeschichten aufgewertet werden. Der Mythos um den kämpferischen Doom-Slayer bekommt ein schönes Gesamtbild. Zu beachten sei jedoch, dass der Spieler nur dann vollends der Geschichte folgen kann, wenn er alle gesammelten Datenblätter studiert. Wer einfach drauf los zockt wird schnell den Faden verlieren. Wirklich schlimm ist dies in diesem Fall nicht, da der Fokus stets auf die brutale Action und den damit verbundenen Kampfeinlagen gelegt wird.
In diesem Game ist jedes Ziel Kanonenfutter und muss natürlich als solches mit reichlich Feuerkraft beschossen werden. Um dem Kampfgeschehen noch mehr Tiefe zu verleihen, haben sich die Entwickler viel Neues einfallen lassen. Bei den Waffen gibt es zum ersten Mal zwei verschiedene Waffenmodi, welche ganz schnell mit der Steuerkreuztaste "oben" gewechselt werden können. Dies ist bei manchen Gegnertypen auch dringend notwendig, da jede Gegnerklasse eine spezielle Schwachstelle besitzt. Zwar kommen im Spielverlauf wenig neue Gegnertypen hinzu, jedoch haben es gerade diese in sich. Die agile Arachnotron-Spinne aus dem "Doom 64" Universum feuert sehr präzise aus der Distanz. Nachdem ihr Geschütz zerstört wurde, wechselt die Spinne in den Nahkampf-Modus und gönnt euch keinerlei Pausen.
Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Nahkampf um den Faustkampf und einer Kettensäge erweitert. Bezüglich der Kettensäge ist außerdem erwähnenswert, dass man durch diesen unschönen Angriff Munition erhält. Und sollte einem das Benzin ausgehen, finden sich immer wieder verstreute Kanister auf der Karte.
Fehlt nur noch ein Flammenwerfer, den man über die linke Schulte abschießen kann. Auch diese Aktion ist mit an Bord und verspricht ein schönes Feuerwerk. Der Flammenwerfer bringt euch übrigens mehr Rüstung ein, was vor allem im dichten Kampfgeschehen große Vorteile mit sich bringt.
Zur Alternative gibt es eine ausklappbare Klinge ala Assassins Creed.
Wer mehr Lebensenergie benötigt muss dafür lediglich taumelnde Gegner durch einen Spezialangriff, auch Glory-Kill genannt, bezwingen. Diese betäubten Gegner werden mit einem auffällig leuchtenden Schimmer umhüllt, welcher sofort ins Auge fällt. Durch einen kurzen Druck auf die R3-Taste wird der Glory-Kill umgesetzt und die hinterlassenen Boni können automatisiert aufgesammelt werden.
Apropos Boni: Ein Bonbon sind die freischaltbaren Fähigkeiten und Mods, welche diverse Attribute des Spielcharakters oder der Ausrüstung spürbar verbessern. Wie wäre es mit mehr Lebensenergie oder einer zeitlich verkürzten Spezialattacke?
Zwar wirkt zu Beginn der Gesamteindruck etwas langweilig, da die ersten Spielminuten eher als eine Art Tutorial dienen. Erst nach ein paar Spielrunden kommt das Spiel in die Gänge und bietet auch fürs Auge sehenswerte Levels. Ohne Geschick und einer richtigen Taktik kommt der Spieler nur schwer an sein Ziel. Das Fehlen einer Pistole mit unendlicher Munition gibt dem Spiel den letzten Kick.
Nach Beendigung der Story können die Levels erneut mit einem höheren Schwierigkeitsgrad bewältigt werden. Doom Eternal bietet hier extra viele Schwierigkeitsstufen an. Vor allem auf höchster Stufe darf man sich zu keiner Sekunde einen Fehler leisten.
Damit Solospieler nicht mit der Hölle auf Erden allein gelassen werden, haben sich die Entwickler diesmal einen besonderen Multiplayer ausgedacht. Hier kommt für manche auch der einzig große Kritikpunkt zum Vorschein.
Wie schon in der Einleitung erwähnt, gibt es keinen normalen Deathmatch Modus. Stattdessen finden Spieler im Hauptmenü ausschließlich den Battle-Modus, bei dem zwei von Spielern gesteuerte Dämonen gegen einen Doom-Slayer kämpfen. Das dazugehörige Tutorial verwirrt und schreckt Anfänger zwar etwas ab, doch mit der Zeit gewinnt man auch hier seinen Spaß. Eine Langzeitmotivation baut sich jedoch kaum auf.
Ob weitere Multiplayer-Modi hinzugefügt werden steht noch in den Sternen. Der Season-Pass verspricht bisweilen lediglich 2 Story-Erweiterungen.